10 Juni 2011

Kino.to: Illegale Streaming-Plattform von der Kriminalpolizei geschlossen – Hohe Gewinne mit Urheberrechtsverletzungen

Von cweber

Kategorie News

Nachdem die Plattform kino.to am 8. Juni gesperrt wurde und die Ermittlungsbehörden Rechenzentren, Geschäftsräume und Wohnungen durchsuchen ließen, wurde jetzt bekannt, dass die mutmaßlichen Betreiber der Plattform Gewinne in mind. siebenstelliger Höhe erzielt haben. Mutmaßlich dürften die Gewinne sogar noch viel höher liegen.

Die Plattform war ein hochprofessionelles Netzwerk, das auf die massenhafte Verletzung von Urheberrechten ausgerichtet war und Nutzern die Möglichkeit bot, aktuelle Kinofilme über das Internet im Wege des Streaming kostenlos und teilweise noch vor dem offiziellen Kinostart zu Hause am Computer anzuschauen.

Das öffentliche Zugänglichmachen von urheberrechtlich geschützten Inhalten wie z.B. Kinofilmen, Musik etc. im Internet setzt regelmäßig eine Einwilligung des betroffenen Rechteinhabers voraus. Eine solche lag nicht vor. Das System kino.to war darauf ausgerichtet, über sog. Abofallen und Werbung Einnahmen zu generieren. Dabei wurden nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen alle Teilnehmer vom Uploader über den Streamhoster bis hin zur Plattform selbst an den so generierten Umsätzen beteiligt. Nach Informationen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wurden im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bei den mutmaßlichen Betreibern der Plattform allein über 2,5 Millionen Euro und mehrere Luxusautos beschlagnahmt. Es besteht der Verdacht, dass sich die Betreiber von kino.to wegen der gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke nach §§ 106, 108a UrhG strafbar gemacht haben. Ob auch gegen die Nutzer vorgegangen wird, werden die weiteren Ermittlungen zeigen. Den Nutzern rechtswidriger Angebote im Internet sollte klar sein, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist und dass die Teilnahme daran die Kreativen schädigt und Geschäftsmodelle fördert, die ihr Geld mit dem Diebstahl geistigen Eigentums verdienen.

Mehr zum Thema:

Insider-Interview mit einem kino.to-Uploader

GVU-Blog

RA Christian Kramarz, LL.M., Frankfurt am Main, 10.06.2011

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