31 August 2011

DCN-Studie des Bundesverbands Musikindustrie in Zusammenarbeit mit der GVU und des Börsenvereins des deutschen Buchhandels

Von cweber

Kategorie News

Die gestern erschienene DCN-Studie, erstellt im Auftrag des Bundesverbands für Musikwirtschaft in Zusammenarbeit mit der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.) und des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, zeigt die alarmierende Dimension der rechtswidrigen Nutzung von digitalen Medieninhalten im Internet auf.

Der Studie nach gibt es in Deutschland 3,7 Mio. Menschen, die Medieninhalte in großen Mengen von illegalen Quellen herunterladen und nutzen, ohne hierfür zu bezahlen. Betroffen hiervon sind neben Musik vor allem Filme, TV-Serien und Bücher. 73 Prozent derjenigen, die sich Medieninhalte aus ille-galen Quellen herunterladen, geben gar kein Geld für legale Angebote aus. Damit räumt die DCN-Studie mit dem Märchen auf, dass diejenigen, die Medieninhalte rechtswidrig im Internet herunterladen die besseren Medienkonsumenten seien, da sie den erlangten Inhalt nur zum Probehören (Pro-besehen, Probelesen) nutzen würden und ihn bei Gefallen kaufen würden.

Neben den rückläufigen Peer-2-Peer-Netzwerken sind es vor allen Dingen sog. Sharehostingdienste (Filehoster) Dreh- und Angelpunkt einer Szene, bei der man mitunter den Eindruck gewinnen kann, dass die massenhafte Verletzung von Urheberrechten als revolutionäre Tat aufgefasst wird. Share-hoster sind der DCN-Studie nach in Deutschland die Hauptquelle für die illegale Beschaffung von Medieninhalten. Anbieter von Sharehosting-Dienste und Usenet-Anbieter machen Millionenumsätze, indem sie anonymen Zugriff auf aktuelle, rechtswidrig angebotene Medieninhalte ermöglichen. Der Fall kino.to hat – bereits bevor ein Urteil über die Verantwortlichen gesprochen worden ist – offenbart, dass mit der Verletzung von Urheberrechten im Internet Millionen zu verdienen sind.

Seit der Einführung von Breitband-Internetanschlüssen werden die Rechte von Kreativen im Internet mit Füßen getreten. Durch die unzureichenden gesetzlichen Möglichkeiten, Rechtsverletzern im Internet habhaft zu werden, hat sich auf Seiten der Internetnutzer ein falsches Bewusstsein etabliert. Die freie Nutzung des Internet wird mit kostenloser Verfügbarkeit digitaler Inhalte gleichsetzt. Trotz vielfältiger Maßnahmen der Rechteinhaber und einem breiten Angebot legaler Vertriebswege für digitale Inhalte im Internet werden Urheberrechte im Internet heute in einem Ausmaß verletzt wie nie zuvor. Politik und Gesetzgebung sind nun gefragt, um Wege zu schaffen, dass geistiges Eigentum im Internet effektiver durchzusetzen und massenhaften Rechtsverstößen effektiver entgegenzuwirken ist.

Link zur Studie

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